Rechtsfreier Raum für HPP

Körperliche Untersuchungen durch den Heilpraktiker für Psychotherapie

Jedes Jahr, wenn die bundesweiten Heilpraktiker-Prüfungstermine im März oder Oktober näher rücken, tauchen vermehrt die Fragen nach den Gesetzesregelungen bei Heilpraktiker für Psychotherapie auf.
Was dürfen HPP – was dürfen sie nicht?
Ein Thema tritt dabei immer wieder in der Vordergrund:
Darf ein HPP einen Klienten anfassen bzw. körperlich untersuchen ja oder nein? Hierzu ein paar Gedanken zur Umsetzung von diagnostischer Maßnahmen:

  • Wie soll denn ein Kayser-Fleischer-Kornealring bei Verdacht auf Morbus Wilson erkannt werden, ohne dem Klienten von nahem in die Augen zu sehen?
  • Wie soll eine Exsikkose bei Verwirrtheitszustand erkannt werden, ohne die Haut des Klienten zu berühren?
  • wie sollen Brady-/Akinese und Ruhetremor sowie Rigor oder eine Störung der das Gleichgewicht aufrechterhaltenden Reflexe erkannt werden, wenn diese nicht testweisen provoziert werden dürfen?
  • Wie sollen bei einem Schlaganfall Apraxie oder sensorische Störungen des Gesichts erkannt werden, ohne dem Klienten näher zu kommen?
  • Warum nicht bei Verdacht auf eine Neurolues (Neurosyohillis) diesen gegebenenfalls durch das Argyll-Robertson-Zeichen mittels Lampe bestätigen lassen?

Über Ronald Nickel

Ronald Nickel - Krankenpfleger (seit 1983) Fachdozent für Anatomie, Physiologie und Psychopathologie. Heilpraktiker für Psychotherapie seit Dez. 2015.
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